
Die gemeinsame Klammer der Gedichtzyklen ist die Krise. Krise versteht sich in dem Band etymologisch als eine sich zuspitzende Entscheidungsphase mit offenem Ausgang. Oder mit Antonio Gramsci gesprochen eine Zwischenzeit, in der das Alte stirbt und das Neue noch nicht zur Weltkommen kann. DÜNNE ORTE ist geprägt von Transzendenz und Hoffnung. In Im Unterland von Robert Macfarlanewird der Begriff Dünne Orte als möglicher transzendentaler Raum verstanden, der in einemspirituellen Sinn neue Wege eröffnet. Dünne Orte sind also jene Räume, in denen Dichtung die Resilienz nährt, um in Krisenentscheidungen auf Wege der Hoffnung zu gelangen.
Hermann Niklas, Dünne Orte, LimbusLyrik, 20026. ISBN978-3-99039-293-5